Koffein, Cortisol und die besondere Frage nach dem Morgen

Die wissenschaftlich sauberste Kernaussage lautet:

Koffein kann Cortisol akut erhöhen. Daraus folgt aber nicht, dass Kaffee am Morgen grundsätzlich „schädlich“, hormonell falsch getimt oder erst 60 bis 90 Minuten nach dem Aufstehen erlaubt wäre. Für eine allgemeine 60- oder 90-Minuten-Regel gibt es keine belastbaren klinischen Belege.

Entscheidend sind vielmehr:

  • Dosis
  • Gewöhnung
  • individuelle Empfindlichkeit und Abbaugeschwindigkeit
  • Schlafqualität
  • Blutdruck
  • Angst- und Stressneigung
  • Einnahmezeit relativ zum Schlaf
  • Medikamente und Hormone

Was bewirkt Koffein grundsätzlich – und wie hängt das mit Cortisol zusammen?

Der primäre Wirkmechanismus ist nicht Cortisol

Koffein wirkt hauptsächlich als Antagonist an Adenosinrezeptoren,1 besonders an den Rezeptortypen A1 und A2A. Vereinfacht gesagt blockiert es vorübergehend einen Teil der beruhigenden und schläfrigkeitsfördernden Adenosinwirkung im Gehirn. Dadurch steigen Wachheit und Aufmerksamkeit, Müdigkeit wird weniger stark wahrgenommen und häufig sinkt auch das subjektive Belastungsempfinden beim Sport.

Quelle: Fredholm et al.: Actions of Caffeine in the Brain with Special Reference to Factors That Contribute to Its Widespread Use
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19757860/

Die ungefähre Reaktionskette lautet:

Koffein → Blockade von Adenosinrezeptoren → stärkere neuronale Aktivierung → verstärkte sympathische und hormonelle Aktivierung

Daraus können unter anderem folgen:

  • mehr Wachheit und Reaktionsbereitschaft
  • geringeres Müdigkeitsgefühl
  • teilweise bessere kognitive und körperliche Leistung
  • verstärkte Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin
  • vorübergehender Blutdruckanstieg
  • bei empfindlichen Personen Unruhe, Zittern, Herzklopfen oder Angstgefühl
  • Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse, kurz HPA-Achse
  • dadurch unter bestimmten Bedingungen ein Cortisolanstieg

Cortisol ist somit ein Teil der Reaktion, aber nicht die eigentliche Hauptursache dafür, dass Koffein wach macht.

Quelle: Fredholm et al.: Actions of Caffeine in the Brain with Special Reference to Factors That Contribute to Its Widespread Use
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19757860/


Verursacht Koffein tatsächlich einen Cortisolanstieg?

Ja. Hier besteht eine experimentell nachgewiesene Kausalität.

Placebokontrollierte Studien zeigen, dass Koffein die Ausschüttung von ACTH2 aus der Hypophyse erhöhen kann. ACTH stimuliert wiederum die Nebennierenrinde, wodurch mehr Cortisol freigesetzt wird.

In einer kontrollierten Studie verursachte Koffein nach einer Abstinenzphase einen ACTH-Anstieg von ungefähr 33 Prozent und einen Cortisolanstieg von etwa 30 Prozent gegenüber Placebo.

Quelle: Lovallo et al.: Stress-Like Adrenocorticotropin Responses to Caffeine in Young Healthy Men
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8951977/

Auch unter psychischem Stress kann Koffein die hormonelle Stressreaktion verstärken. In experimentellen Untersuchungen stiegen Blutdruck, Noradrenalin, Adrenalin und Cortisol unter Koffein teilweise stärker an als durch den Stressor allein.

Quelle: Lane et al.: Caffeine Effects on Cardiovascular and Neuroendocrine Responses to Acute Psychosocial Stress and Their Relationship to Level of Habitual Caffeine Consumption
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9710300/

Ein vorübergehender Cortisolanstieg ist allerdings nicht automatisch krankhaft. Cortisol steigt auch beim Erwachen, beim Sport, bei Unterzuckerung, bei körperlicher Belastung und bei psychischem Stress. Problematisch wäre eher eine dauerhaft gestörte Regulation als jeder einzelne kurze Ausschlag.


Wie groß ist der Effekt bei regelmäßigen Koffeinkonsumenten?

Bei regelmäßigem Konsum entwickelt sich eine teilweise Toleranz.

In einer randomisierten Crossoverstudie mit 48 Männern und 48 Frauen erhöhte Koffein nach fünf koffeinfreien Tagen das Cortisol deutlich. Nach fünf Tagen mit täglich 300 oder 600 Milligramm Koffein war die Cortisolreaktion auf die erste Dosis um 9 Uhr weitgehend abgeschwächt. Auf spätere Dosen am Nachmittag trat jedoch weiterhin ein Cortisolanstieg auf.

Die Autoren folgerten, dass täglicher Konsum die Cortisolreaktion reduziert, aber nicht vollständig beseitigt.

Quelle: Lovallo et al.: Caffeine Stimulation of Cortisol Secretion Across the Waking Hours in Relation to Caffeine Intake Levels
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16204431/

Das bedeutet:

  • Der erste Kaffee eines regelmäßigen Kaffeetrinkers löst meist eine geringere hormonelle Reaktion aus als dieselbe Dosis nach mehrtägiger Abstinenz.
  • Die Toleranz ist nicht vollständig.
  • Mehrere hohe Dosen über den Tag können die Stressachse weiterhin aktivieren.
  • Nach Urlaub, Krankheit oder einer längeren koffeinfreien Phase kann dieselbe Kaffeemenge plötzlich stärker wirken.

Cortisol am Morgen: Was passiert normalerweise?

Unabhängig von Kaffee besitzt der Körper eine sogenannte Cortisol Awakening Response, kurz CAR.

Nach dem Aufwachen steigt Cortisol typischerweise innerhalb der ersten 30 bis 45 Minuten deutlich an. Dieser Anstieg unterstützt unter anderem:

  • die Energiebereitstellung
  • die Kreislaufaktivierung
  • die Orientierung nach dem Erwachen
  • die Vorbereitung auf die Anforderungen des Tages

Danach nimmt Cortisol im Tagesverlauf normalerweise ab und erreicht nachts seine niedrigsten Werte.

Quelle: Clow et al.: The Cortisol Awakening Response – More Than a Measure of HPA Axis Function
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39177247/

Der morgendliche Cortisolanstieg ist daher kein Problem, das man durch korrektes Kaffeetiming vermeiden müsste. Er ist ein normaler Bestandteil des menschlichen Tagesrhythmus.


Ist Kaffee unmittelbar nach dem Aufstehen schädlich, weil Cortisol bereits hoch ist?

Dafür gibt es keine überzeugenden Belege.

Die häufig verbreitete Argumentation lautet:

Morgens ist Cortisol ohnehin hoch. Kaffee erhöht es zusätzlich. Deshalb müsse man 60 bis 90 Minuten warten.

Die ersten beiden Aussagen können unter bestimmten Bedingungen stimmen. Die daraus abgeleitete allgemeine Wartezeit ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt.

Es fehlen insbesondere randomisierte Langzeitstudien, die zeigen, dass Kaffee:

  • direkt nach dem Aufstehen gesundheitlich schlechter ist als 60 oder 90 Minuten später
  • die natürliche Cortisolkurve dauerhaft beschädigt
  • zu einer „Cortisolüberlastung“ führt
  • die körpereigene Wachheit langfristig abschaltet
  • durch verzögerte Einnahme generell gesünder oder wirksamer wird

Die häufig zitierte Studie zur Cortisolwirkung untersuchte feste Uhrzeiten wie 9 Uhr, jedoch nicht den direkten Vergleich „sofort nach dem Erwachen“ gegen „90 Minuten später“.

Quelle: Lovallo et al.: Caffeine Stimulation of Cortisol Secretion Across the Waking Hours in Relation to Caffeine Intake Levels
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16204431/

Die 90-Minuten-Regel ist deshalb eher eine plausible Alltagshypothese als eine klinisch bewiesene physiologische Notwendigkeit.


Kann ein späterer erster Kaffee trotzdem sinnvoll sein?

Ja, aber nicht primär wegen eines angeblich gefährlichen morgendlichen Cortisolanstiegs.

Ein späterer erster Kaffee kann individuell sinnvoll sein, wenn jemand:

  • direkt nach dem Aufstehen bereits ausreichend wach ist
  • das Koffein lieber für ein späteres Leistungstief nutzen möchte
  • morgens zu Herzklopfen oder innerer Unruhe neigt
  • nüchtern empfindlich auf Kaffee reagiert
  • nach schlechtem Schlaf besonders nervös oder zittrig wird
  • mehrere Kaffees trinkt und durch späteres Beginnen die Gesamtmenge reduzieren kann
  • einen starken Gewöhnungseffekt bemerkt

Das ist eine praktische Dosierungsstrategie, aber keine hormonelle Pflicht.


Koffein nach schlechtem Schlaf

Nach einer schlechten Nacht ist Koffein subjektiv besonders attraktiv. Es kann Müdigkeit und bestimmte Leistungseinbußen tatsächlich reduzieren. Es beseitigt den Schlafmangel jedoch nicht, sondern überdeckt vorübergehend einen Teil seiner Symptome.

Quelle: McLellan et al.: Caffeine’s Effects on Cognitive and Physical Performance During Sleep Deprivation
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27612937/

Ein kleines experimentelles Crossoverexperiment zeigte außerdem, dass starker schwarzer Kaffee vor einem morgendlichen Glukosetest die Blutzuckerreaktion verschlechtern konnte. Eine einzelne Nacht mit stündlichen kurzen Weckreaktionen verursachte in diesem Versuch allein keine vergleichbare Verschlechterung.

Die Aussagekraft ist aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl und des speziellen Versuchsaufbaus begrenzt.

Quelle: Harry et al.: Coffee Consumption Upon Waking After Fragmented Sleep Impairs Glucose Tolerance
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32475359/

Daraus lässt sich nicht ableiten, dass jeder Morgenkaffee Diabetes verursacht. Die Studie zeigt lediglich, dass akutes Koffein die Glukoseregulation vorübergehend beeinträchtigen kann, besonders wenn es vor einer kohlenhydratreichen Mahlzeit eingenommen wird.


Koffein und Blutzucker

Kontrollierte Kurzzeitstudien zeigen, dass Koffein akut die Insulinsensitivität vermindern kann. Nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit kann der Blutzucker dadurch höher ausfallen. Diese Wirkung kann trotz regelmäßiger Gewöhnung zumindest teilweise bestehen bleiben.

Quelle: Keijzers et al.: Caffeine Can Decrease Insulin Sensitivity in Humans
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17998023/

Gleichzeitig zeigen Beobachtungsstudien häufig, dass langfristiger Kaffeekonsum mit einem niedrigeren Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Das ist kein zwingender Widerspruch:

  • Akutes reines Koffein kann die Insulinwirkung verschlechtern.
  • Kaffee enthält zahlreiche weitere biologisch aktive Substanzen.
  • Langfristige Beobachtungsstudien können durch Lebensstilfaktoren beeinflusst sein.
  • Kurzfristige physiologische Reaktionen sind nicht automatisch mit langfristigen Krankheitsrisiken gleichzusetzen.

Man sollte deshalb akute Koffeinwirkungen nicht mit langfristigen Zusammenhängen des Kaffeekonsums gleichsetzen.


Koffein, Blutdruck und Herzfrequenz

Koffein kann den Blutdruck akut erhöhen. Übersichtsarbeiten berichten abhängig von Dosis, Gewöhnung und Ausgangssituation häufig Anstiege von wenigen bis teilweise mehr als zehn mmHg. Bei Menschen mit Bluthochdruck kann der Effekt mehrere Stunden anhalten.

Quelle: Mesas et al.: The Effect of Coffee on Blood Pressure and Cardiovascular Disease in Hypertensive Individuals
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21880846/

Die Herzfrequenz steigt dagegen nicht zwingend deutlich. Eine Meta-Analyse randomisierter Kaffeestudien fand bei mehrwöchigem Konsum von drei bis sechs Tassen täglich im Mittel keine signifikante Veränderung der Ruheherzfrequenz.

Quelle: Wang et al.: Effect of Coffee Consumption on Resting Heart Rate – A Systematic Review and Meta-Analysis
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37647856/

Subjektives Herzklopfen kann dennoch auftreten. Das bewusste Wahrnehmen des Herzschlags ist nicht dasselbe wie eine dauerhaft erhöhte Ruheherzfrequenz.


Koffein, Angst und Stressgefühl

Koffein verbessert häufig:

  • Wachheit
  • Aufmerksamkeit
  • Reaktionsgeschwindigkeit
  • Konzentration
  • Vigilanz

Gleichzeitig kann es Angst, Nervosität und innere Anspannung verstärken. Beides kann in derselben Person gleichzeitig auftreten: Man ist geistig leistungsfähiger, fühlt sich aber weniger ruhig.

Quelle: Smith: Effects of Caffeine on Human Behavior
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12404081/

Besonders anfällig sind häufig Personen mit:

  • Angststörungen oder Panikneigung
  • hoher Stressbelastung
  • Schlafmangel
  • geringer Koffeingewöhnung
  • hoher Einzeldosis
  • langsamem Koffeinabbau

Dabei lässt sich nicht immer eindeutig trennen, welcher Anteil durch Cortisol, Katecholamine, Adenosinblockade oder die subjektive Wahrnehmung der körperlichen Aktivierung entsteht.


Koffein und Schlaf: meist wichtiger als der morgendliche Cortisolanstieg

Für die praktische Gesundheit ist der Einfluss auf den Schlaf wahrscheinlich wichtiger als eine kurzfristige Cortisolspitze am Morgen.

Eine systematische Übersichtsarbeit fand im Mittel:

  • etwa 45 Minuten weniger Gesamtschlaf
  • ungefähr sieben Prozent geringere Schlafeffizienz
  • etwa neun Minuten längere Einschlafzeit
  • mehr Wachzeit nach dem Einschlafen

Quelle: Gardiner et al.: The Effect of Caffeine on Subsequent Sleep – A Systematic Review and Meta-Analysis
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36870101/

Eine kontrollierte Studie zeigte Schlafstörungen noch nach 400 Milligramm Koffein, wenn die Einnahme sechs Stunden vor dem Schlafengehen erfolgte.

Quelle: Drake et al.: Caffeine Effects on Sleep Taken 0, 3, or 6 Hours Before Going to Bed
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24235903/

Eine neuere randomisierte Studie differenzierte nach der Dosis:

  • 100 Milligramm zeigten bei jungen Männern bis vier Stunden vor dem Schlafen keinen statistisch erkennbaren Effekt.
  • 400 Milligramm beeinträchtigten objektive Schlafparameter noch bei Einnahme zwölf Stunden vor dem Schlafen.
  • Die Betroffenen bemerkten die Schlafbeeinträchtigung subjektiv nicht immer zuverlässig.

Quelle: Weibel et al.: Dose and Timing Effects of Caffeine on Subsequent Sleep
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39377163/

Die pauschale Aussage „kein Kaffee nach 14 Uhr“ ist daher ebenfalls zu einfach. Entscheidend sind Dosis, Bettzeit, Gewöhnung und persönliche Abbaugeschwindigkeit.


Macht Kaffee dehydriert?

Normale Kaffeemengen verursachen keine relevante Austrocknung.

Eine Meta-Analyse fand bei ungefähr 300 Milligramm Koffein in Ruhe durchschnittlich nur rund 109 Milliliter mehr Urin als ohne Koffein. Bei körperlicher Aktivität war der Effekt nicht mehr signifikant.

Quelle: Zhang et al.: Caffeine and Diuresis During Rest and Exercise – A Meta-Analysis
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25154702/

Kaffee zählt grundsätzlich zur Flüssigkeitszufuhr. Eine leichte Zunahme des Harndrangs ist dennoch möglich, insbesondere bei:

  • hohen Dosen
  • ungewohnten Konsumenten
  • empfindlicher Blase
  • Einnahme auf nüchternen Magen
  • bereits bestehendem häufigem Wasserlassen

Besondere Bedeutung für Menschen ab 50

Es gibt keine harte Altersgrenze, ab der Koffein grundsätzlich anders wirkt. Ab 50 werden jedoch einige Begleitumstände häufiger relevant.

Schlafempfindlichkeit

Eine systematische Übersichtsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass der Schlaf älterer Menschen möglicherweise empfindlicher auf Koffein reagiert als der Schlaf jüngerer Menschen. Gleichzeitig ist die Studienlage nicht perfekt, weil viele Koffeinstudien überwiegend mit jüngeren Männern durchgeführt wurden.

Quelle: Clark und Landolt: Coffee, Caffeine, and Sleep – A Systematic Review of Epidemiological Studies and Randomized Controlled Trials
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26899133/

Das ist praktisch bedeutsam, weil ab der Lebensmitte häufiger auftreten:

  • leichterer und stärker fragmentierter Schlaf
  • frühes Erwachen
  • geringerer Tiefschlafanteil
  • nächtliches Wasserlassen
  • längere Wachphasen nach dem Einschlafen

Koffein kann diese Probleme verstärken, selbst wenn man subjektiv den Eindruck hat, problemlos einzuschlafen.


Abbaugeschwindigkeit

Koffein wird überwiegend über das Leberenzym CYP1A2 verstoffwechselt. Das Alter allein bestimmt die Geschwindigkeit jedoch nicht zuverlässig.

Bedeutender sind häufig:

  • genetische Unterschiede
  • Rauchen
  • Leberfunktion
  • Medikamente
  • Hormone
  • Schwangerschaft
  • orale Östrogene
  • individuelle Gewöhnung

Eine Übersichtsarbeit bestätigt, dass Alter, Geschlecht, Hormone, Erkrankungen und Medikamente die Pharmakokinetik von Koffein beeinflussen können.

Quelle: Arnaud: The Pharmacology of Caffeine
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29514871/

Die Aussage „Menschen über 50 bauen Koffein grundsätzlich viel langsamer ab“ ist daher zu pauschal. Bei manchen Menschen trifft das zu, bei anderen nicht.


Blutdruck und Herz-Kreislauf-System

Mit zunehmendem Alter werden Bluthochdruck, Gefäßsteifigkeit und Herzrhythmusstörungen häufiger. Deshalb kann der akute Blutdruckeffekt klinisch relevanter werden als bei einem gesunden jungen Erwachsenen.

Koffein kann den Blutdruck vorübergehend erhöhen, besonders bei Menschen, die es nicht regelmäßig konsumieren oder bereits erhöhte Blutdruckwerte haben.

Quelle: Mesas et al.: The Effect of Coffee on Blood Pressure and Cardiovascular Disease in Hypertensive Individuals
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21880846/

Bei regelmäßigen Kaffeetrinkern entwickelt sich häufig eine teilweise Toleranz. Eine normale Kaffeeroutine ist deshalb nicht automatisch gefährlich.

Relevant wäre vielmehr, ob nach einer üblichen Dosis wiederholt Folgendes auftritt:

  • deutlicher Blutdruckanstieg
  • Herzrasen
  • Extrasystolen3
  • Schwindel
  • Brustbeschwerden
  • starke innere Unruhe

Glukosestoffwechsel

Ab 50 nimmt die Häufigkeit von Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes zu. Da Koffein akut die Insulinsensitivität vermindern kann, kann es bei entsprechend veranlagten Personen sinnvoll sein, zwischen verschiedenen Situationen zu unterscheiden:

  • Kaffee allein
  • Kaffee mit einem protein- oder fettreichen Frühstück
  • Kaffee unmittelbar vor vielen schnell verfügbaren Kohlenhydraten
  • koffeinfreier Kaffee

Quelle: Keijzers et al.: Caffeine Can Decrease Insulin Sensitivity in Humans
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17998023/

Die bisherige Evidenz erlaubt jedoch keine allgemeine Vorschrift, Kaffee müsse nach dem 50. Lebensjahr immer erst nach dem Frühstück getrunken werden.


Nächtliches Wasserlassen

Koffein kann den Harndrang geringfügig erhöhen. Viele Menschen ab 50 leiden ohnehin unter Nykturie, also nächtlichem Wasserlassen.

Der größere Hebel ist dabei meistens nicht der morgendliche Kaffee, sondern Koffein am späten Nachmittag oder Abend sowie eine hohe abendliche Flüssigkeitsaufnahme.

Quelle: Zhang et al.: Caffeine and Diuresis During Rest and Exercise – A Meta-Analysis
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25154702/

Die diuretische Wirkung4 ist im Durchschnitt gering, kann individuell aber deutlich spürbar sein.


Praktisches Zwischenfazit für Menschen ab 50

Für Menschen ab 50 ist nicht primär die Frage entscheidend:

Darf ich meinen Kaffee direkt nach dem Aufstehen trinken?

Wichtiger sind folgende Fragen:

  1. Beeinträchtigt der Kaffee meinen Schlaf?
  2. Steigt mein Blutdruck nach Koffein deutlich?
  3. Verstärkt Koffein Herzklopfen oder Unruhe?
  4. Verschlechtert es Reflux, Blasenbeschwerden oder Hitzewallungen?
  5. Nehme ich zusätzlich Koffein aus Tee, Cola, Energy-Drinks, Pre-Workout-Produkten oder Medikamenten auf?
  6. Verwende ich Medikamente oder Hormone, die den Koffeinabbau verändern können?

Besondere Bedeutung für Frauen

Reagieren Frauen grundsätzlich stärker auf Koffein oder Cortisol?

Das lässt sich nicht pauschal sagen.

Frauen und Männer unterscheiden sich in verschiedenen Bereichen:

  • hormonelle Regulation
  • Körperzusammensetzung
  • Leberenzymaktivität
  • Stressreaktion
  • Medikamentenstoffwechsel
  • menstruationszyklusabhängige Veränderungen

Die Unterschiede innerhalb der Geschlechter sind jedoch häufig größer als die durchschnittlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen.

Die große kontrollierte Cortisolstudie schloss gleich viele Männer und Frauen ein und zeigte bei beiden Geschlechtern eine Cortisolreaktion sowie eine teilweise Toleranz. Sie belegt keinen einfachen Grundsatz, wonach Frauen grundsätzlich eine gefährlichere Cortisolreaktion hätten.

Quelle: Lovallo et al.: Caffeine Stimulation of Cortisol Secretion Across the Waking Hours in Relation to Caffeine Intake Levels
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16204431/


Menstruationszyklus

Die Phase des normalen Menstruationszyklus scheint die Aktivität des Enzyms CYP1A2 und damit den Koffeinabbau weniger stark zu beeinflussen, als häufig behauptet wird. Die Datenlage ist allerdings nicht vollständig einheitlich.

Eine Untersuchung zur Cortisol Awakening Response fand keinen wesentlichen Einfluss der Zyklusphase auf die morgendliche Cortisolantwort.

Quelle: Lovallo et al.: Effects of Menstrual Cycle Phase on Caffeine Metabolism and Cortisol Responses
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10839467/

Einzelne Frauen berichten dennoch zyklusabhängig über verstärkte:

  • Nervosität
  • Brustspannung
  • Migräne
  • Schlafstörungen
  • Herzklopfen

Solche individuellen Muster sind möglich, aber nicht automatisch durch Cortisol verursacht.


Antibabypille

Östrogenhaltige orale Kontrazeptiva können das Enzym CYP1A25 hemmen und dadurch den Koffeinabbau verlangsamen.

Pharmakokinetische Untersuchungen6 fanden bei Anwenderinnen oraler Kontrazeptiva teilweise eine deutlich reduzierte Koffein-Clearance. Die Wirkung einer einzelnen Dosis kann dadurch länger anhalten.

Quelle: Abernethy und Todd: Impairment of Caffeine Clearance by Chronic Use of Low-Dose Oestrogen-Containing Oral Contraceptives
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10839467/

Praktisch kann dieselbe Kaffeemenge dann eher führen zu:

  • länger anhaltender Wachheit
  • späteren Schlafproblemen
  • stärkerer Unruhe
  • Herzklopfen
  • stärkerer Wirkung einer Nachmittagsdosis

Das bedeutet nicht, dass Frauen mit Antibabypille keinen Kaffee trinken dürfen. Die individuell passende Dosis kann jedoch niedriger sein.


Flüssigkeit und Harndrang

In einer Meta-Analyse fiel die geringfügige diuretische Wirkung von Koffein bei Frauen statistisch stärker aus als bei Männern.

Die absoluten Flüssigkeitsverluste waren insgesamt jedoch klein, und die Zahl der verfügbaren Studien war begrenzt.

Quelle: Zhang et al.: Caffeine and Diuresis During Rest and Exercise – A Meta-Analysis
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25154702/

Daraus lässt sich keine relevante allgemeine Dehydrierungsgefahr für Frauen ableiten.


Schwangerschaft als Sonderfall

In der Schwangerschaft wird Koffein deutlich langsamer abgebaut, besonders in späteren Schwangerschaftsmonaten. Deshalb gelten während der Schwangerschaft niedrigere empfohlene Höchstmengen.

Quelle: Arnaud: The Pharmacology of Caffeine
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29514871/

Dieser Sonderfall ist jedoch nicht auf Frauen allgemein oder auf Frauen in der Menopause übertragbar.


Besondere Bedeutung für Frauen in der Menopause

Hier sollten vier Themen getrennt betrachtet werden:

  1. Koffeinabbau
  2. Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  3. Schlaf
  4. Hormonersatztherapie

Verändert die Menopause an sich den Koffeinabbau?

Nach der Menopause sinken die körpereigenen Östrogenspiegel. Daraus folgt nicht automatisch, dass jede postmenopausale Frau Koffein langsamer abbaut.

Die wichtigere Veränderung kann durch eine orale Östrogentherapie entstehen.

Eine kontrollierte pharmakokinetische Studie zeigte, dass eine Östrogenersatztherapie den über CYP1A2 vermittelten Koffeinabbau bei postmenopausalen Frauen hemmen kann. Dadurch verbleibt Koffein länger im Körper.

Quelle: Pollock et al.: Inhibition of Caffeine Metabolism by Estrogen Replacement Therapy in Postmenopausal Women
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10471985/

Dabei ist die Darreichungsform relevant:

  • Orale Östrogene wirken stark über die Leber und den sogenannten First-Pass-Stoffwechsel.
  • Transdermales Estradiol über Pflaster oder Gel besitzt andere pharmakokinetische Eigenschaften.
  • Für konkrete Unterschiede der Koffeinwirkung zwischen oraler und transdermaler Therapie ist die direkte Evidenz begrenzt.

Man sollte deshalb nicht pauschal jede Hormonersatztherapie gleich behandeln.


Koffein und Hitzewallungen

Eine Beobachtungsstudie aus einer Menopauseklinik fand einen Zusammenhang zwischen Koffeinkonsum und stärker wahrgenommenen vasomotorischen Beschwerden, also Hitzewallungen und Nachtschweiß.

Das Studiendesign kann jedoch keine Kausalität beweisen.

Quelle: Faubion et al.: Caffeine and Menopausal Symptoms – What Is the Association?
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25051286/

Auch Übersichtsarbeiten zur Ernährung und zu Menopausensymptomen berichten Zusammenhänge zwischen Koffein und stärkerer Symptombelastung. Gleichzeitig betonen sie die begrenzte und heterogene Datenlage.

Quelle: Noll et al.: Dietary Factors and Menopausal Symptoms – A Systematic Review
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33112163/

Die korrekte wissenschaftliche Aussage lautet deshalb:

  • Koffein kann bei manchen Frauen Hitzewallungen oder Schweißausbrüche auslösen oder verstärken.
  • Es ist nicht bewiesen, dass Koffein bei allen Frauen Hitzewallungen verursacht.
  • Beobachtungsdaten sind anfällig für Störfaktoren und umgekehrte Kausalität.
  • Frauen mit Schlafproblemen könnten beispielsweise mehr Kaffee trinken, wodurch Ursache und Folge schwer zu trennen sind.

Ein individueller Zusammenhang wird wahrscheinlicher, wenn Beschwerden nach Koffein wiederholt innerhalb eines ähnlichen Zeitfensters auftreten und bei einer Reduktion zuverlässig nachlassen.


Cortisol in der Menopause

Während des menopausalen Übergangs können sich Schlaf, Stresswahrnehmung und die Regulation der HPA-Achse verändern.

Studien haben Zusammenhänge zwischen Cortisolverläufen, Alterung, Schlaf und menopausalen Beschwerden untersucht. Daraus ergibt sich jedoch kein Beweis, dass Morgenkaffee in der Menopause die Hormonregulation dauerhaft schädigt.

Quelle: Woods et al.: Cortisol Levels During the Menopausal Transition and Early Postmenopause
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2749064/

Insbesondere ist nicht belegt:

  • dass Koffein die Menopause beschleunigt
  • dass die morgendliche Cortisolantwort durch Kaffee dauerhaft „entgleist“
  • dass Kaffee das Östrogendefizit verstärkt
  • dass eine Wartezeit von 60 oder 90 Minuten menopausale Beschwerden verhindert

Schlaf ist in der Menopause wahrscheinlich der wichtigste Punkt

Viele Frauen erleben in der Peri- und Postmenopause:

  • Einschlafprobleme
  • häufiges Erwachen
  • Nachtschweiß
  • frühes Erwachen
  • subjektiv weniger erholsamen Schlaf

Koffein kann genau diese Beschwerden zusätzlich verschlechtern.

Da die Halbwertszeit individuell stark schwankt und durch orale Östrogene verlängert sein kann, kann selbst ein Nachmittagskaffee nachts noch wirksam sein.

Quelle: Pollock et al.: Inhibition of Caffeine Metabolism by Estrogen Replacement Therapy in Postmenopausal Women
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10471985/

Hier kann ein Kreislauf entstehen:

schlechter Schlaf → mehr Koffein am nächsten Tag → erneut schlechterer Schlaf → stärkere Müdigkeit

Dieser Kreislauf ist wissenschaftlich und praktisch wahrscheinlich relevanter als die isolierte Frage, ob sich morgens Cortisol und Koffeinwirkung zeitlich überschneiden.


Was ist kausal bewiesen, was wahrscheinlich und was unbewiesen?

AussageWissenschaftliche Einordnung
Koffein blockiert Adenosinrezeptorengut belegt und kausal
Koffein steigert Wachheit und reduziert Müdigkeitgut belegt und kausal
Koffein kann ACTH und Cortisol akut erhöhengut belegt und kausal
Gewöhnung schwächt die Cortisolreaktion abgut belegt, aber Toleranz ist unvollständig
Koffein kann den Blutdruck akut erhöhengut belegt und kausal
Koffein kann akut die Insulinsensitivität reduzierenbelegt und kausal
Koffein kann Schlafdauer und Schlafqualität verschlechterngut belegt, dosis- und zeitabhängig
Kaffee direkt nach dem Aufstehen ist gesundheitsschädlichnicht belegt
Man muss 60 bis 90 Minuten nach dem Aufstehen wartennicht belegt
Morgenkaffee zerstört den natürlichen Cortisolrhythmusnicht belegt
Frauen reagieren grundsätzlich stärker als Männerso pauschal nicht belegt
Orale Östrogene können den Koffeinabbau verlangsamenbelegt
Koffein verursacht bei allen Frauen Hitzewallungennicht belegt
Koffein kann bei einzelnen Frauen Hitzewallungen verstärkenplausibel und durch Beobachtungsdaten gestützt
Menschen ab 50 müssen generell auf Koffein verzichtennicht belegt

Gesamtergebnis

Für gesunde Erwachsene ist ein normal dosierter Morgenkaffee trotz der natürlichen Cortisolspitze nicht grundsätzlich problematisch.

Koffein kann Cortisol, Blutdruck und sympathische Aktivierung akut erhöhen, besonders:

  • nach einer koffeinfreien Phase
  • bei hoher Dosierung
  • bei Schlafmangel
  • unter psychischem Stress
  • bei geringer Gewöhnung
  • bei langsamem Koffeinabbau

Regelmäßige Konsumenten entwickeln eine teilweise, aber keine vollständige Toleranz.

Für Menschen ab 50 und besonders für Frauen in der Menopause ist weniger der morgendliche Cortisolanstieg entscheidend als vielmehr:

  • Schlafstörungen
  • längere individuelle Wirkdauer
  • Blutdruckreaktionen
  • Herzklopfen und innere Unruhe
  • Hitzewallungen
  • nächtliches Wasserlassen
  • orale Östrogentherapie
  • akute Blutzuckerreaktionen

Die wissenschaftlich sinnvollste Regel lautet deshalb nicht:

„Man muss 90 Minuten warten.“

Sondern:

Koffein sollte so früh, so niedrig dosiert und so individuell angepasst eingesetzt werden, dass Schlaf, Blutdruck, Stoffwechsel und menopausale Beschwerden nicht erkennbar darunter leiden.


  1. Adenosin ist ein körpereigener Botenstoff. Es entsteht unter anderem, wenn Zellen Energie verbrauchen, und sammelt sich im Tagesverlauf im Gehirn an. Dort signalisiert es über Adenosinrezeptoren, dass der Körper Ruhe braucht – wir werden müde.
    Adenosinrezeptoren sind Andockstellen auf Körper- und Nervenzellen. An ihnen bindet normalerweise der Botenstoff Adenosin, der sich im Laufe des Tages ansammelt und Müdigkeit signalisiert.
    Koffein blockiert diese Rezeptoren vorübergehend. Dadurch wird das Müdigkeitssignal abgeschwächt – man fühlt sich wacher, obwohl das Adenosin weiterhin vorhanden ist. ↩︎
  2. ACTH steht für adrenocorticotropes Hormon. Es wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet und regt die Nebennierenrinde dazu an, vor allem Cortisol auszuschütten.
    Kurz gesagt:
    Stresssignal im Gehirn → ACTH → Nebenniere → Cortisol
    ACTH ist damit ein wichtiger Teil der körpereigenen Stressreaktion und beeinflusst unter anderem Energiehaushalt, Blutdruck und Immunsystem. ↩︎
  3. Extrasystolen sind zusätzliche Herzschläge, die außerhalb des normalen Herzrhythmus auftreten. Sie werden oft als Herzstolpern, kurzer Aussetzer oder besonders kräftiger Schlag wahrgenommen.
    Häufig sind sie harmlos und können etwa durch Stress, Schlafmangel, Alkohol, Nikotin oder viel Koffein begünstigt werden. Treten sie häufig oder neu auf – besonders zusammen mit Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht –, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. ↩︎
  4. Förderung von Harndrang ↩︎
  5. CYP1A2 ist ein Enzym in der Leber. Es hilft dabei, verschiedene Stoffe abzubauen – darunter auch einen großen Teil des aufgenommenen Koffeins.
    Wie aktiv CYP1A2 arbeitet, hängt unter anderem von den Genen, Medikamenten, Rauchen, Schwangerschaft und Lebergesundheit ab. Deshalb bauen manche Menschen Koffein schneller ab als andere und reagieren unterschiedlich lange oder stark darauf.
    Einfach formuliert: CYP1A2 ist eines der wichtigsten Enzyme für den Abbau von Koffein in der Leber. ↩︎
  6. Untersuchungen darüber, wie ein Stoff durch den Körper verarbeitet wird. ↩︎

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