Faktoren für die Gelenkgesundheit
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Faktoren für die Gelenkgesundheit

Gelenkgesundheit ist nicht nur eine Frage im orthopädischen Kontext – sprich: es geht nicht immer um Verletzungen. Auch andere Faktoren scheinen einen Einfluss auf die Gesundheit unserer Gelenke zu haben. Diese liegen im Bereich der Lebensmittel und der im Labor chemisch erarbeiteten Nahrungsprodukten (ich finde das sollte man unterscheiden) aber ebenso im Bereich unserer Selbstfürsorge.

Eine Analyse zu Einflussfaktoren bei Gelenk- und Sehnenbeschwerden

Das metabolische Grundprinzip: Warum Bindegewebe so sensibel auf Stoffwechsel-Inputs reagiert

Sehnen, Gelenkkapseln und Knorpelgewebe sind bradytrophe1 Gewebe – das bedeutet, sie sind schwach durchblutet und weisen einen langsamen Stoffwechselumsatz auf.

Der „Mülleimer-Effekt“
Systemische Stoffwechselabfälle, Entzündungsmediatoren, Blutzucker-Abbauprodukte und Mikrokristalle reichern sich bevorzugt in diesen schwach durchbluteten Zonen an und verbleiben dort oft jahrelang.
Cook J.L., Purdam C.R. (2009): „Is tendon pathology a continuum? A pathology model to explain clinical presentation of load-induced tendinopathy“
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18812414/

Metabolische Osteoarthrose2 & Tendinopathie3
Die moderne Rheumatologie und Orthopädie betrachtet Sehnen- und Gelenkerkrankungen nicht mehr als reine „mechanische Verschleißerscheinungen“, sondern als systemisch-metabolische Störungen des Bindegewebes (MetAB OA / Metabolic Tendinopathy).
Berenbaum F. (2013): „Osteoarthritis as a metabolic disease“
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23338282/

Detaillierte Analyse der Input-Faktoren & biochemischen Wirkmechanismen

Alkohol (Ethanol & Acetaldehyd)

Darmbarriere-Schädigung & LPS-Endotoxämie4 („Leaky Gut“):
Alkohol und sein Abbauprodukt Acetaldehyd beschädigen die Verschlusskontakte (Tight Junctions5) der Darmschleimhaut und machen sie durchlässig. Dadurch gelangen bakterielle Bausteine (sogenannte Lipopolysaccharide oder LPS) in die Blutbahn. Sobald sie an spezifische Kontaktstellen (TLR4-Rezeptoren) in der Gelenkflüssigkeit sowie in Knorpel- und Sehnenzellen andocken, schütten diese Gewebe gezielt entzündungsfördernde Botenstoffe (wie IL-1β, IL-6 und TNF-α) aus. Und das sind Treiber für beispielsweise diffuse Knieschmerzen und Ellbogen-Arthrose.
Purohit V. et al. (2008): „Alcohol, intestinal bacterial growth, intestinal permeability to endotoxin, and medical consequences“, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18504018/

Harnsäure-Retention & Subklinische Mikrokristallbildung:
Alkohol sorgt im Körper für ein doppeltes Problem mit Harnsäure: Er blockiert ihre Ausscheidung über die Nieren und kurbelt gleichzeitig deren Eigenproduktion an. Die Folge ist ein Harnsäure-Überschuss im Blut. Diese überschüssige Harnsäure bildet winzige, scharfe Kristalle (Natriumurat), die sich in den Sehnenhüllen festsetzen und dort schmerzhafte Entzündungen auslösen können – wie etwa an der Schulter.
Choi H.K. et al. (2004): „Alcohol intake and risk of incident gout in men: a prospective study“
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15081651/

Hemmung der Kollagensynthese
Alkohol bremst die Heilung von Sehnen gleich auf doppelte Weise: Er verhindert, dass sich neue Sehnenzellen bilden, und verringert die Produktion von Kollagen (Typ I) – dem wichtigsten Baustoff für stabiles Gewebe. Das Ergebnis: Kleine Risse und Überlastungen in den Sehnen (Mikrotraumen) heilen deutlich langsamer ab.
Redlich C.A. et al. (1995): „Effect of ethanol on collagen synthesis and fibroblast proliferation“
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7608771/

    Advanced Glycation End-products (AGEs) & Fruktose-/Zuckerüberschuss

    Gewebe-Verklebung & Frozen Shoulder: Wenn Sehnen steif werden
    Bei diesem Prozess lagern sich Zucker-Eiweiß-Verbindungen (AGEs)6 im langlebigen Kapselgewebe der Schulter ab und verkleben dessen Kollagenfasern fest miteinander. Dadurch können die einzelnen Gewebeschichten nicht mehr geschmeidig aneinander vorbeigleiten – die Gelenkkapsel verhärtet und bildet narbenartiges, steifes Gewebe.
    Tamai K. et al. (2014): „Role of advanced glycation end products in frozen shoulder: cross-linking of collagen in adhesive capsulitis“
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24508210/

    Verhärtete Enzyme & Kalkschulter: Wie sich Kalk in den Sehnen ablagert
    Die zuckrigen Gewebe-Verklebungen (AGEs) kurbeln ein bestimmtes Enzym in den Sehnenzellen (Transglutaminase) um das Bis zu 5-Fache an. Dieses Enzym wirkt wie ein Beschleuniger für Kalkablagerungen: Es sorgt dafür, dass sich Kalzium und Phosphat im Gewebe niederschlagen. Die Sehnenzellen bilden dadurch scharfe Kalkkristalle, die sich im Gewebe festsetzen und zu einer schmerzhaften Kalkschulter führen.
    Johnson K.A. et al. (2003): „Tissue transglutaminase and transglutaminase-catalyzed cross-linking in pathological calcification and tendon degeneration“
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12819024/

    Andockstelle für Zellschaden: Wie Zucker-Komplexe den Knorpelabbau starten
    Sobald diese zuckrigen Gewebe-Verklebungen (AGEs) an die Schalter-Proteine7 (RAGE-Rezeptoren) der Knorpelzellen in Knie oder Ellbogen andocken, wird ein Zerstörungssignal ausgelöst: Die Zellen schütten verstärkt körpereigene Abbau-Enzyme (MMPs) aus, die den schützenden Knorpel nach und nach abbauen.
    Steenvoorden M.M. et al. (2006): „Activation of receptor for advanced glycation end products (RAGE) induces matrix metalloproteinases in articular chondrocytes“
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16810313/

    Quellen für die direkte Aufnahme von AGEs

    • Stark erhitzte, fett- und eiweißreiche Tierprodukte
      • Gegrilltes, gebratenes oder frittiertes Fleisch (z. B. Steak mit dunkler Kruste, krosser Speck, Grillhähnchen)
      • Frittierte Speisen (Chicken Nuggets, Schnitzel)
    • Verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren:
      • Salami, Wiener Würstchen, Bacon
    • Hocherhitzte Milchprodukte & Käseseiten:
      • Käse (besonders alter/reifer Käse sowie überbackener Käse)
      • Butter, Schmalz und hocherhitzte pflanzliche Öle
    • Trocken erhitzte Kohlenhydrate & Röstprodukte:
      • Pommes frites, Kartoffelchips
      • Röstaromen in Kaffee, dunklem Bier
      • Sehr kross getoastetes Brot, Kekse, Kracker
    • Zuckerreiche, dunkel eingekochte Saucen:
      • BBQ-Saucen, Fertig-Saucen, zuckrige Marinaden

    Faustregel für die Küche: Hitze + Trockenheit + Fett/Eiweiß = Sehr hohe AGE-Bildung. Gedünstete, gekochte oder gedämpfte Speisen enthalten hingegen kaum exogene AGEs.

    Quellen für Fruktose- & Zuckerüberschuss

    Wenn wir zu viel Zucker und isolierte Fruktose aufnehmen, bilden sich AGEs direkt im Körper, weil der überschüssige Zucker im Blutkreislauf mit Körpereiweißen (wie Kollagen) reagiert. Besonders Fruktose ist tückisch: Sie bildet im Körper bis zu 10-mal schneller AGEs als normale Glukose.

    • Isolierte Fruktose & Fruktosesirup (HFCS8):
      • Gesüßte Softdrinks, Energy-Drinks, Eistees
      • Industriell gesüßte Fruchtsäfte und Säfte aus Konzentrat (ohne Ballaststoffe)
      • Gesüßte Milchprodukte (Fruchtjoghurts, Pudding, Kakaogetränke)
      • Fertigprodukte, Müsliriegel, Ketchup und Fertigsaucen (hier oft als Glucose-Fructose-Sirup versteckt)
    • Haushaltszucker (Saccharose9):
      • Besteht zu 50 % aus Fruktose und zu 50 % aus Glukose.
      • Süßwaren, Gebäck, Kuchen, Schokolade
    • Süßungsmittel mit sehr hohem Fruktosegehalt:
      • Agavendicksaft (besteht bis zu 70–90 % aus reiner Fruktose!)
      • Honig, Apfeldicksaft (in großen Mengen)
    • Sehr große Mengen getrocknetes Obst:
      • Rosinen, Datteln, Feigen (enthalten hochkonzentrierten Fruchtzucker ohne den Wassergehalt frischer Früchte)

    Wichtig zur Einordnung: Frisches, ganzes Obst enthält zwar auch Fruktose, führt durch die enthaltenen Ballaststoffe, Protektoren (Antioxidantien) und Wasser aber in der Regel nicht zu schädlichen Fruktosespitzen – solange man es in normalen Mengen genießt.

    Hypercholesterinämie, oxidiertes LDL & Transfette

    Fetteinlagerung im Sehnengewebe: Wenn Fette die Sehnen schwächen
    Oxidiertes, gefäßschädigendes Cholesterin10 (oxLDL) lagert sich besonders leicht in schlecht durchbluteten Sehnenbereichen ab – wie etwa der Supraspinatussehne11 im Schultergelenk. Dort lockt es Entzündungszellen (Makrophagen) an, die den Umbau des Gewebes vorantreiben und die Sehne auf Dauer brüchig und anfällig für Risse machen.
    Tilley B.J. et al. (2015): „Is hypercholesterolemia a risk factor for tendinopathy? A systematic review“
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25900536/

    Gesättigte Fettsäuren (z.B. Palmitinsäure):
    Sie docken wie ein passender Schlüssel direkt an die Entzündungs-Schalter (TLR4-Rezeptoren) des Körpers an und fachen dadurch entzündliche Prozesse im gesamten System an – besonders im Knorpel und in der Gelenkflüssigkeit.
    Huang S. et al. (2012): „Saturated fatty acids activate Toll-like receptor 4 signaling in inflammatory tissue and articular joints“
    https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22810232/

      Purinüberschuss & Imbalancen bei Proteinen (Methionin vs. Glycin)

      Purinreiche12 Lebensmittel (Rotes Fleisch, Innereien, Wurstwaren, Meeresfrüchte):
      Sie lassen den Harnsäurespiegel im Blut ansteigen. Die überschüssige Harnsäure kristallisiert aus und setzt sich bevorzugt dort ab, wo es etwas kühler und schlechter durchblutet ist – wie in den Gelenken von Ellbogen oder Knien.
      Choi H.K. et al. (2004): „Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of incident gout in men“
      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15014182/

      Methionin13-Überschuss aus reinem Muskelfleisch:
      Wer viel reines Muskelfleisch oder Proteinpulver isst, ohne gleichzeitig den ausgleichenden Partner Glycin14 aufzunehmen, bringt seinen Stoffwechsel aus der Balance: Der Spiegel des schädlichen Abfallprodukts Homocystein15 steigt an, was die Erneuerung und Heilung der Sehnen ausbremst.
      Brind J. et al. (2011): „Dietary glycine supplementation and methionine balance in collagen synthesis and connective tissue repair“
      https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21807986/

        Versteckte Phosphat-Fallen & Nährstoff-Ungleichgewichte: Der unbemerkte Gewebe-Verschleiß

        Phosphat16-Überlastung durch E-Nummern (Industrielle Zusatzstoffe)
        Künstliche Phosphat-Zusätze bringen das feine Gleichgewicht zwischen Kalzium und Phosphat im Blut aus dem Takt. Fehlt dann auch noch Vitamin K2 als „Lotse“, lagert sich das Kalzium falsch ab: Es verbindet sich mit dem Phosphat zu Kalkkristallen direkt in den Sehnen – die typische Ursache für eine schmerzhafte Kalkschulter.
        Schurgers L.J. et al. (2007): „Regression of vascular and soft-tissue calcification by high vitamin K intake“
        https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17299095/

        Über die Nahrung aufgenommene Pflanzensäuren (wie in Spinat, Roter Bete oder Mandeln)
        Fehlt im Darm ein bestimmtes nützliches Bakterium (Oxalobacter formigenes), kann der Körper Pflanzensäure aus der Nahrung nicht abbauen. Sie bildet dann winzige Kristalle, die sich im Gewebe direkt rund um die Gelenke festsetzen.
        Reginato A.J. et al. (1986): „Oxalate arthropathy: Clinical and biochemical features“
        https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/3777713/

          Verhaltensweisen: Schlaf, Zirkadianer Rhythmus & Sedentary Behavior

          Schlafmangel (bereits ab ca. 80 Minuten Defizit pro Nacht):
          Schlafmangel sabotiert die nächtliche Ausschüttung von Wachstumshormonen, die der Körper dringend für die Reparatur des Gewebes braucht. Gleichzeitig treibt es die Entzündungswerte im Blut (wie CRP und IL-6) spürbar nach oben.
          Irwin M.R. et al. (2016): „Sleep Loss and Inflammation: A Meta-Analysis of Cohort Studies and Laboratory Experiments“
          https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26118561/

          Mangelnde zyklische Druckbelastung (Gelenk-Pump-Mechanismus):
          Knorpel und Sehnen funktionieren wie ein Schwamm: Sie haben keine eigenen Blutgefäße und nehmen Nährstoffe nur auf, wenn sie durch Bewegung regelmäßig zusammengedrückt und wieder entlastet werden. Wer sich nicht bewegt, dreht dem Gewebe buchstäblich den Saft ab.
          Urban J.P. (2002): „Nourishment of the intervertebral disc and articular cartilage: The role of fluid transport and mechanical load“
          https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12088330/

          Chronischer Stress & Sympathikus-Überaktivität:
          Chronischer Stress versetzt das Nervensystem in Daueralarm: Die feinen Blutgefäße an den Sehnen verengen sich, wodurch die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr drastisch sinkt. Durch diese Unterversorgung sterben wichtige Sehnensegment-Zellen (Tenozyten) ab, und das Gewebe wird anfällig für Verkalkungen.
          Benson R.T. et al. (2010): „Tendon ischemia and microvascular hypoperfusion in rotator cuff tendinopathy“
          https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20421382/

            Zuordnungs-Matrix: Symptome und ihre primären Stoffwechsel-Treiber

            Symptom / KrankheitsbildPrimäre metabolische Treiber (Inputseite)Evidenz-Referenz
            Schulter-SehnenentzündungHarnsäure-Mikrokristalle, oxLDL, Mikrozirkulationsstörungen, fehlende Reparatur durch Schlafmangel.Benson et al. (2010) / Tilley et al. (2015)
            https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25900536/
            Kalkablagerung (Kalkschulter)AGEs (Transglutaminase-Aktivierung), Phosphat-Überschuss, K2-Mangel, Sehnen-Ischämie.Johnson et al. (2003) / Schurgers et al. (2007)
            https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12819024/
            Frozen ShoulderAGE-Cross-Linking (Kollagenversteifung), Blutzuckerspitzen, chronische IL-6/TNF-α-Systementzündung.Tamai et al. (2014)
            https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24508210/
            Diffuse KnieschmerzenLeaky Gut & Endotoxämie (LPS), Bakterielle Translokation, Harnsäure-Subkristalle.Purohit et al. (2008) / Choi et al. (2004)
            https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18504018/
            Ellbogen-ArthroseMetabolische Osteoarthrose (MetAB OA), RAGE-Aktivierung durch AGEs, fehlende Interdiffusion.Berenbaum et al. (2013) / Steenvoorden et al. (2006)
            https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23338282/

            Konkreter Handlungsplan (Stoffwechsel-Optimierung)

            Küche & Zubereitung: AGEs und entzündliche Fette reduzieren

            • Schonende Garmethoden bevorzugen
              • Statt scharfem Anbraten, Grillen oder Frittieren öfter Dünsten, Dämpfen, Kochen oder Schmoren mit Flüssigkeit wählen.
              • Wenn gebraten wird: Mit Säure (Zitronensaft, Essig) marinieren – das kann die Bildung von AGEs beim Erhitzen deutlich senken.
            • Transfette & gesättigte Fettspitzen meiden:
              • Verarbeitete Tierprodukte (Wurstwaren, fettigen Schmelzkäse) und stark verarbeitete Pflanzenfette reduzieren, um die Aktivierung des TLR4-Entzündungsschalters im Gelenk zu vermeiden.
              • Fokus auf entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren (fetter Seefisch, Leinöl, Algenöl).

            Stoffwechsel & Aminosäuren-Balance (Methionin vs. Glycin)

            • Das Glycin-Pendant zu Muskelfleisch schaffen:
              • Wer viel Muskelfleisch oder Magerquark/Proteinisolate konsumiert, nimmt viel Methionin auf. Für die Sehnenregeneration braucht der Körper jedoch das Gegenstück Glycin (den Hauptbaustein von Kollagen).
              • Umsetzung: Regelmäßig Knochenbrühe/Kollagenhydrolysat einbauen oder rein pflanzlich/gezielt über Glycin-Pulver ergänzen, um den Homocysteinspiegel niedrig zu halten.
            • Flüssige Fruktose & Zucker-Spitzen eliminieren:
              • Softdrinks, Fruchtsäfte, Agavendicksaft und industriellen Glukose-Fruktose-Sirup streichen.
              • Warum? Fruktose verzuckert das Bindegewebe (AGE-Bildung) bis zu 10-mal schneller als Glukose. Frisches, ganzes Obst ist dank der Ballaststoffe weiterhin in Ordnung.
            • Versteckte Phosphate meiden:
              • Zutatenlisten auf Phosphat-Zusatzstoffe prüfen (E-Nummern wie E338–E343, E450–E452 in Fertiggerichten, Schmelzkäse, Cola).
              • Ergänzend auf ausreichend Vitamin K2 (z. B. aus fermentierten Lebensmitteln wie Natto oder als Ergänzung) achten, damit Kalzium im Knochen landet und nicht in der Sehne ausfällt.

            Die Gelenk-Pumpe: Mechanische Versorgung sichern

            Da Sehnen und Knorpel keine eigenen Blutgefäße besitzen, hungern sie bei Bewegungsmangel aus.

            • Zyklische Druckbelastung („Schwamm-Prinzip“):
              • Mehrmals täglich kurze, unbelastete Bewegungsimpulse setzen (z. B. Beine baumeln lassen, Armkreisen ohne Gewicht, sanftes Radfahren mit geringem Widerstand).
              • Faustregel: Lieber alle 60 Minuten 2 Minuten sanfte Bewegung als 8 Stunden durchsitzen und abends 1 Stunde intensiv trainieren.
            • Keine absolute Ruhigstellung bei Beschwerden:
              • Sofern kein akuter Riss vorliegt, hilft dosierte, schmerzfreie Belastung (Isometrie oder langsame Exzentrik) besser bei der Gewebeheilung als komplettes Stilllegen.

            Regeneration, Schlaf & Stress-Regulation

            • Schlaf als Reparaturfenster nutzen:
              • Priorität auf 7,5 bis 8 Stunden Schlaf legen, da die ausschlaggebenden Wachstumshormone (hGH) für die Kollagensynthese vor allem in den ersten Tiefschlafphasen ausgeschüttet werden.
              • Bereits 80 Minuten Schlafmangel erhöhen messbar die Entzündungsmarker CRP und IL-6.
            • Sympathikus runterregulieren (Durchblutung sichern):
              • Dauerstress verengt die feinsten Sehnenkapillaren (Ischämie).
              • Täglich gezielte Parasympathikus-Aktivierung einbauen: Atemübungen (z. B. verlängertes Ausatmen im 4-7-8-Rhythmus), Spaziergänge im Grünen oder kurze Meditationsphasen, um die Mikrozirkulation an den Sehnenansätzen aufrechtzuerhalten.
            • Alkohol stark reduzieren:
              • Alkohol schädigt die Darmbarriere („Leaky Gut“), lässt Bakterienbausteine ins Gewebe wandern und blockiert gleichzeitig die Harnsäure-Ausscheidung. Eine temporäre Abstinenz entlastet den Sehnenstoffwechsel spürbar.

            1. Bradytroph beschreibt gefäßarmes oder gefäßloses Gewebe im Körper (wie Knorpel, Sehnen oder Bandscheiben), das keine direkte Blutversorgung besitzt und daher einen sehr langsamen Stoffwechsel aufweist. ↩︎
            2. Die Osteoarthrose (meist einfach Arthrose genannt) ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der der schützende Knorpel im Gelenk fortschreitend abbaut, was zu Schmerzen, Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen führt. ↩︎
            3. Eine Tendinopathie ist ein Überbegriff für schmerzhafte, meist durch Überlastung ausgelöste Erkrankungen oder Degenerationen von Sehnen und deren Ansätzen, die zu Schmerzen, Schwellungen und Funktionseinschränkungen führen. ↩︎
            4. Die LPS-Endotoxämie bezeichnet das Übertreten von Lipopolysacchariden (Entzündungsauslösende Zellwandbestandteile gramnegativer Darmbakterien) durch eine geschädigte Darmbarriere in die Blutbahn, wodurch im gesamten Körper chronische Entzündungsreaktionen ausgelöst werden können. ↩︎
            5. Tight Junctions (Verschlusskontakte) sind spezialisierte Proteinverbindungen zwischen benachbarten Epithel- oder Endothelzellen, die den Zellzwischenraum abdichten und so das unkontrollierte Durchtreten von Stoffen verhindern (z. B. in der Darm- oder Blut-Hirn-Schranke). ↩︎
            6. AGEs sind durch Blutzucker oder stark erhitzte Nahrung „verklebte“ Proteinstrukturen, die sich wie ein molekularer Rost in deinen Sehnen und Kapseln festsetzen, das Gewebe versteifen und dauerhafte Gelenkentzündungen anfeuern. ↩︎
            7. Schalter-Proteine sind molekulare Regler in Zellen, die durch äußere Signale – wie das Andocken von Botenstoffen oder Nährstoffen – ihren Zustand verändern und dadurch biologische Prozesse wie Zellwachstum, Stoffwechsel oder Entzündungsreaktionen an- oder ausschalten. ↩︎
            8. HFCS (High-Fructose Corn Syrup / Fructose-Glucose-Sirup) ist ein industriell hergestellter, extrem süßer Sirup aus Maisstärke mit hohem Fruchtzuckeranteil, der als günstiger Süßstoff in verarbeiteten Mitteln und Softdrinks zum Einsatz kommt und im Übermaß Stoffwechselprobleme sowie Fettleber begünstigt. ↩︎
            9. Saccharose ist der klassische Haushalts- oder Kristallzucker, ein aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnener Zweifachzucker, der zu gleichen Teilen aus Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) besteht. ↩︎
            10. Oxidiertes Cholesterin (oxLDL) entsteht, wenn das normale „schlechte“ LDL-Cholesterin im Blut durch freie Radikale (oxidativen Stress) beschädigt wird – ausgelöst vor allem durch Rauchen, stark erhitzte Fette, Fruktose-/Zuckerüberschuss oder chronische Entzündungen im Körper. ↩︎
            11. Die Supraspinatussehne ist die am häufigsten von Verletzungen und Kalkablagerungen betroffene Sehne der Schulter, die den Supraspinatus-Muskel mit dem Oberarmkopf verbindet und das Anheben des Armes ermöglicht. ↩︎
            12. Purine sind natürliche Bausteine der Erbsubstanz (DNA), die sowohl im Körper vorkommen als auch über die Nahrung aufgenommen werden und beim Abbau im Stoffwechsel zu Harnsäure werden. ↩︎
            13. Methionin ist eine lebensnotwendige (essenzielle) schwefelhaltige Aminosäure, die wir über die Nahrung aufnehmen müssen und die als wichtiger Baustein für Proteine, Gewebereparatur und die Entgiftung im Körper dient. ↩︎
            14. Glycin ist die kleinste und einfachste Aminosäure im Körper, die als zentraler Baustein für Kollagen (Sehnen, Knorpel, Haut) dient, entzündungshemmend wirkt und die Schlafqualität sowie die Leberentgiftung unterstützt. ↩︎
            15. Homocystein ist ein zellschädigendes Zwischenprodukt des Eiweißstoffwechsels, das bei einem Mangel an B-Vitaminen im Blut ansteigt und die Gefäßwände sowie das Bindegewebe schädigen kann. ↩︎
            16. Phosphat ist eine lebenswichtige verbindung aus Phosphor und Sauerstoff, die als energiestoff (ATP), baustein für knochen und zähne sowie als bestandteil der DNA in jedem organismus vorkommt. ↩︎

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